Neuigkeiten aus Asciburgium

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Das Welterbe in Moers
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23.10.2016

Funde aus der Römerzeit sorgen für vorläufige Unterschutzstellung des Baugebietes Burgfeld in Bergheim.


Womöglich grasen hier bald wieder Schafe.

Zu erreichen ist dieses Gebiet über einen schmalen Weg von der Asberger Straße aus. Hier befindet sich, zwischen den Straßen Auf dem Wiel und Burgfeld, eine rund dreieinhalb Fußballfelder große Wiese. Deren Untergrund untersuchen seit einigen Monaten Archäologen der Unteren Denkmalbehörde auf das Genaueste. Ein erstes Ergebnis steht nun fest, es lautet im feinsten Behördendeutsch: Vorläufige Unterschutzstellung.

Das heißt, dass die Bebauung des Areals mit bis zu 42 Ein- und Zweifamilienhäusern vom Tisch ist. So formulieren es jedenfalls die beiden Kommunalpolitiker der Grünen, Claudia und Heiner Leiße. „Auf dem Gelände wurden wie auch in direkter Nähe auf Moerser Stadtgebiet Überreste des Bodendenkmals ,Vicus Asciburgium Süd’ gefunden, es handelt sich dabei um Teile der Zivilsiedlung des römischen Kastells“, sagt Heiner Leiße.

In einem der Redaktion vorliegenden Papier heißt es, dass das dortige Kastell zwar im 1. Jahrhundert aufgegeben worden war, die Zivilsiedlung aber bis Ende des 2. Jahrhunderts bestand. Das Areal sei danach nicht mehr überbaut, als Ackerland genutzt worden, „es stellt somit eine Primärquelle ersten Ranges dar.“ In dem Schreiben wird auch ein Zusammenhang zur Geschichte des Niedergermanischen Limes, der Grenzbefestigung des Römischen Reiches, hergestellt. Kastell und Vicus Asciburgium seien Teil des Limes gewesen. Es bestünden Bestrebungen, den Niedergermanischen Limes als Unesco-Welterbe vorzuschlagen.

Funde in unmittelbarer Umgebung

Dass es auf dem Areal Überreste von Bauten aus der Römerzeit geben würde – man erkennt diese übrigens an den unterschiedlichen Farben des Erdreichs – war den Leißes seit vielen Jahren klar. Die Umgebung mit entsprechenden Funden spreche eindeutig dafür, dass dort eben auch Wertvolles unter der Erde gefunden würde.

Wie geht es jetzt weiter? Laut der beiden Umweltpolitiker geht das Areal jetzt wieder vom aktuellen Besitzer S-Grund (Tochter der Sparkasse Emmerich-Rees) an den vorherigen Besitzer Wirtschaftsbetriebe zurück. Dann würde es weitere Untersuchungen des Bodens geben. Seien diese angeschlossen, würde der Boden wieder hergerichtet und dürfe nicht mehr bewegt werden, erklärt Claudia Leiße. „Häuser entstehen dort sicher nicht, womöglich grasen dort wie früher wieder Schafe.“

Viele Jahre hätten die Grünen gegen die Bebauung gekämpft, die beiden Leißes sind sich zudem sicher , dass auch unter dem benachbarten Gebiet „Burgfeld I“ Römerfunde schlummern, was in den 1990er-Jahren von der Stadt allerdings missachtet worden war. „Umso besser, dass dieses Denkmal nun bleibt wie es ist.“

Bauherr S-Grund ließ eine gestrige Anfrage der Redaktion zum Thema unbeantwortet. Die Stadt will sich Montag zum Thema Römerfunde äußern, zuständige Mitarbeiter seien krank oder im Urlaub

Quelle: www.derwesten.de










25.04.2015

Welterbestadt Moers

Asciburgium vor mehr als 2000 Jahren

Seit Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. gab es immer wieder Konflikte zwischen germanischen Stämmen und den Römern, die danach strebten, ihr Reich auszudehnen. Das Verhältnis verschärfte sich, als Gaius Julius Caesar (100-44 v. Chr.) Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. im Gallischen Krieg etwa das Gebiet des heutigen Frankreich erobert hatte. Nun waren ‚die Germanen’ zu direkten Nachbarn des römischen Imperiums geworden. Die Germanen waren übrigens keineswegs ‚das germanische Volk’, als das sie etwa vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus (ca. 58-120 n. Chr.) in seinem Buch ‚Germania’ geschildert wurden; vielmehr handelte es sich um eine Vielzahl von zum Teil sehr unterschiedlichen Stämmen.

Nach einigen Auseinandersetzungen mit ihnen legte Caesar den Rhein als Grenze fest. Allerdings war diese Grenze sehr unsicher. Immer wieder wagten germanische  Stämme Übergriffe auf die mächtigen Nachbarn, so dass sich Caesars Nachfolger Augustus (63 v.-14 n. Chr.) dazu entschloss, die Rheinlinie zu stärken, indem er hier zahlreiche Lager anlegen ließ. Zudem führten sein Stiefsohn Drusus (38 v.-9 n. Chr.) und dessen Bruder Tiberius (42 v.-37 n. Chr.) in den Jahren von 12 v.- 6 n. Chr. Feldzüge gegen germanische Stämme.

Im diesem Rahmen wurden zahlreiche Lager - wie auch Asciburgium - entlang des Rheins gegründet; sie sollten ein möglichst unüberwindliches Hindernis für einfallende Feinde sein und deren Aktionen effizient kontrollieren. Als besonders zu überwachende Punkte galten Flussmündungen, da sie natürliche Einfallstore darstellten. Dies waren die Anfänge des niedergermanischen Limes.

Quelle: Zeitlupe (Begleitheft der Sonderausstellung "Asciburgium, eine römische Militärsiedlung am Niederrhein" im Kultur-und stadthistorischem Museum Duisburg)



 
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